Ein Eintrag von Marco:
Ich bin ja jetzt seit 2 Wochen bei Randstad als Zeitarbeiter angestellt bis das Studium losgeht und habe zwei sehr ereignisreiche Wochen hinter mir.
Los ging es mit meinem ersten Einsatz, der bei einer Firma in Wilhelmsburg war. Dort habe ich mit 2 anderen Leuten zusammen 8 Stunden lang Palmfett in 25 KG Säcke abgefüllt und auf Europaletten verladen. Das ganze lief folgendermassen ab:
Der an der ersten Station hat sich einen leeren Sack genommen (wie man ihn vom Tierfutter kennt) und diesen auf eine Waage unter eine “Abfüllanlage” gestellt. Wenn die 25 KG erreicht waren hat derjenige den Sack auf ein Förderband gestellt, wo dieser dann einen Meter weitergewandert ist zur nächsten Person. Das Förderband hat automatisch angehalten, wenn der Sack vor der Nähmaschine stand. Derjenige der dort stand hat dann die Luft aus dem Sack rausgedrückt und dann einen Fussschalter gedrückt, mit dem das Förderband dann wieder anging und den Sack durch die Nähmaschine geführt hat um ihn zuzunähen. Einen Meter weiter ist der Sack dann auf das nächste Förderband gekommen um dann am Ende, nachdem er durch einen Metalldetektor gelaufen ist, von dem Dritten im Team in Empfang genommen und auf eine Europaltette geladen zu werden. Auf jede Palette kamen 25 Säcke, also 625 KG.
Wir haben insgesamt 8 Stunden dort gearbeitet und uns jeweils nach einem Drittel der Zeit abgelöst, so, dass jeder gleichlange an jeder Station war.
Da die Maschine 24 Stunden am Tag in 3 Schichten läuft, konnte nur einer zur Zeit Pause machen und auch nur einmal 15 Minuten zwischendurch. Wenn einer Pause gemacht hat mussten nämlich die anderen beiden die Arbeit von dem anderen mitmachen.
Am zweiten Tag bei der Firma war es etwas einfacher. Da wurde das Palmfett nicht in Säcke abgefüllt, sondern in Kartons (keine Ahnung warum….). Diesmal war einer für das Kartonzusammensetzen, einer für das abfüllen und zukleben und der Dritte für das Verladen auf die Paletten zuständig. Wenn derjenige, der die Kartons zusammengesetzt hat also genug vorbereitet hatte, so dass der Abfüller genug hat, konnte man auch mal eine kleine Pause zwischendurch machen.
Am zweiten Tag haben wir uns alle Stunde abgewechselt. Insgesamt haben wir in den beiden Tagen 20 Tonnen Palmfett abgefüllt und verladen.
Mein zweiter Einsatz kam ein wenig spontan.
Eigentlich wollte ich ausschlafen, aber damit war nichts ![]()
Um 9:50 wurde ich von Randstad angerufen und gefragt, ob ich Höhenangst hätte. Da ich das verneinte wurde ich gebeten dann doch bitte so schnell wie möglich im Büro vorbeizukommen um mir einen Sicherheitshelm abzuholen.
Gesagt, getan und um 10:05 saß ich im Bus runter nach Harburg ![]()
Nachdem ich dort dann also Sicherheitshelm und und Anfahrtsbeschreibung für den Einsatz bekommen hatte bin ich gleich los. Mein Einsatzort war der Containerhafen. Nach den Sicherheitsformalitäten wurde ich von jemandem am Eingangstor abgeholt und wir sind über das Gelände zu unserem Arbeitsplatz gefahren. Dort habe ich dann auch endlich erfahren, was denn nun eigentlich zu tun ist ![]()
Jeder von euch kennt sicherlich diese grossen Kräne, die die Containerschiffe beladen. Diese sind etwa 50m hoch. Im hinteren Bereich des Containerhafens gibt es auch Kräne, die Züge beladen, und diese sind “nur” 25m Meter hoch. Und dort war mein Arbeitsplatz.
Wenn ihr euch das Bild anschaut, könnt ihr da Kabel runterhängen sehen. Bei moderneren Anlagen laufen diese Kabel allerdings inzwischen in langen beweglichen Kunststoffketten, die aus einzelnen Gliedern bestehen.
Und diese mussten ausgewechelt werden. Als erstes ging es mal rauf auf die Scherenbühne und hoch in 20m um zu sehen, wie es mit der Schwindelfreiheit aussieht. Da hab ich dann auch erfahren, warum das am morgen alles so schnell und spontan ging. Anscheinend hatt Randstad am Morgen schon jemanden hingeschickt der wohl erst meinte er wäre schwindelfrei, dann aber, als er nach der Testfahrt wieder unten war, regelrecht von der Hebebühne losgeschweisst werden musste.
Da ich absolut keine Probleme mit der Höhe hatte ging es also wieder nach unten und nachdem ich meine Sicherheitsausrüstung hatte gleich wieder nach oben. Da haben wir dann die Ketten von oben aufgebrochen, die Kabel angehoben, den Unterteil der Kette rausgenommen, die Führungsschinen abmontiert und neue Führungsschinen angebracht. Wenn man das auf seinem 5m Stück getan hatte ginge es mit der Hebebühne wieder nach unten, man ist 5m weitergefahren und wieder ab nach oben um das nächste 5m Stück zu bearbeiten.
Teilweise hing ich da bis zu den Oberschenkeln über der Brüstung der Hebebühne, habe Sachen abmontiert und dabei 20m in den Abgrund geschaut. Alles natürlich gesichert.
Weil die Ketten “nur” alle 4 Jahre ausgetauscht werden und die einen relativ hohen Abrieb haben waren meine Arme innerhalb kürzester Zeit mit einer Mischung aus Kunststoffstaub und Öl verschmiert.
Um 13 Uhr hatte ich etwa angefangen dort zu arbeiten. Gegen 18:30 waren wir mit dem abmontieren der Ketten und dem neumontieren der Führungsschinen fertig und haben uns dann an das Einlegen der neuen Ketten gemacht. Um 20 Uhr war dann Feierabend.
Da es Probleme mit den Bussen gab und ich dadurch eine Stunde hätte warten müssen, war Jens so lieb mich abzuholen.
Mein Dritter Einsatz war vorgestern bei einer Japanischen Speditionsfirma.
Ich habe dort um 8:00 Uhr morgens angefangen und hatte um 17:00 Uhr Feierabend. Sonderlich viel zu erzählen gibt es darüber eigentlich nicht. Ich habe den ganzen Tag mit einem Kollegen 29 KG und 50 KG schwere Fernseher aus Containern ausgeladen und auf Europaletten verfrachtet, welche dann ins Lager gebracht wurden.
Erwähnenswert sind eigentlich nur die Sicherheitsvorkehrungen. Da dort unter anderem auch 80.000€ teure Flachbildfernseher verladen werden befinden sich alleine im Verladebereich fast 40 Überwachungskameras.
Nun zu etwas unangenehmen. Am zweiten Tag meines ersten Einsatzes hatte ich bemerkt, dass mein linker Unterarm ein wenig wehtut. Am Anfang habe ich es nur für Muskelkater gehalten.
Bei meinem zweiten Einsatz, im Hafen, hat es ein wenig stärker geschmerzt, aber bei meinem dritten Einsatz ist es dann “eskaliert”. Nach den 9 Stunden Akkordarbeit war es so schlimm, dass ich nichteinmal mehr mein Handgelenk ein wenig bewegen konnte ohne starke Schmerzen zu haben.
Ich war dann also gestern morgen beim Arzt und der hat mir eine Sehnenscheidenentzündung diagnostiziert. Er hat mich gefragt, ob ich die schnelle oder die langsame Behandlungsmethode haben möchte. Da ich vorhabe so schnell wie möglich wieder zu arbeiten habe ich mich also für die schnelle Methode entschieden. Die langsame hätte bedeutet den Arm 3 Wochen lang einzugipsen und so ruhigzustellen.
Die schnelle Methode sieht folgendermassen aus:
Der Arzt hat mir eine Cortisonspritze an 3 Stellen direkt in die Sehne gespritzt und mir ein Schmerz/ -Entzündunghemmendes Mittel verschrieben. Am Montag kriege ich nochmal eine Spritze.
Bis jetzt hat diese “Kur” sehr gut geholfen und ich schone den Arm im Moment so gut es geht. Bis Freitag bin ich jetzt noch krankgeschrieben.
Soweit also erstmal zu meinen ersten beiden Wochen bei Randstad.
